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kunft zu geben. Doch was die
Sassi di Matera heute so beson-
ders macht, ist, dass der behut-
same Restaurierungsansatz der
Sextantio Gruppe von den Be-
hörden im ganzen Viertel ange-
wandt wird. So entstand eine at-
traktive Sehenswürdigkeit ohne
Kitsch undKlischees, wieman es
oft von anderen Touristenzen-
tren in Italien kennt. Man setzte
auf originale Baustoffe und ört-
liche Traditionen. Das Ergebnis
ist eine Stadt, die vielleicht aus-
sieht wie ein Museum, aber le-
bendig und echt ist.
Immerhin siedeln bereits seit
über 350.000 Jahren Menschen
in Matera. Zwar wurden auch
andere uralte Städte, wie etwa
Petra in Jordanien, in den schie-
ren Fels gemeißelt. Doch nur
Matera ist noch heute bewohnt,
was die Höhlenhäuser von Sassi
wahrscheinlich zu den ältesten
noch bewohnten Häusern der
Welt macht. „Wenn man genau
hinschaut, entdeckt man auf
Schritt und Tritt Fossilien aus
einer Zeit, als dieser Hügel noch
unter dem Meer lag“, sagt die
Fremdenführerin Claudia de
Perna, deren Mutter in den frü-
hen 1950er-Jahren in einer der
Höhlen geboren wurde. „Diese
reichhaltige Geschichte trägt zu
unserem Stolz bei, der half das
Trauma zu überwinden.“ De
Perna erklärt, dass die Hügel in
der Region Basilikata sich aus
Kalksteinschichten mit einem
felsigen Fundament und einer
oberen Sedimentgestein-Schicht
zusammensetzen, die besonders
weich und dadurch einfach
auszuhöhlen ist.
De Pernas Führung durch die
beiden Teile der Stadt – dem Alt-
stadtteil Sasso Caveoso und Sas-
so Barisano – ist empfehlens-
wert. In beiden Teilen finden sich
insgesamt über 60 historische
Kirchen mit uralten Fresken.
Keine jedoch ist so beeindru-
ckend wie die Krypta der Ursün-
de. Die dazugehörige Kapelle
liegt eine kurze Autofahrt außer-
halbMateras, und umdie Krypta
zu besichtigen, müssen Sie vor-
her einen Termin vereinbaren.
Immerhin siedeln
Menschen bereits seit
über 350.000 Jahren hier
Die Wandmalereien aus dem 9.
Jahrhundert stellen Szenen aus
demAlten und Neuen Testament
dar und sind so gut erhalten, dass
sie keinen Betrachter unberührt
lassen. Die Krypta war über
Jahrhunderte verschollen, bevor
junge Hobbyforscher ausMatera
schriftliche Hinweise auf die
Kirche fanden und sich auf die
Suche nach ihr machten. Sie
sprachen mit einem alten Schä-
fer, der in seiner Jugend in der
Kirche gelegentlich Schutz vor
dem Wetter suchte, ohne sich
über die Bedeutung des Bau-
werks bewusst zu sein. Eine Füh-
rung können Sie online auf
www.artezeta.it oder vor Ort bei
IhremReiseführer buchen.
Links: Leere alte Steinhäuser; eine Suite im
Le Grotte della Civita Hotel; Rechts: eine
historische Küche; Höhlen-Hotelzimmer
Opposite: stone houses; a suite at
Sextantio’s Le Grotte della Civita hotel.
Below: a cave room at the hotel.
Left: a historic kitchen in the Sassi
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