I S T A N B U L
Yokuşu 52a, Cihangir, +90 (0)212
2936437). Ich muss zwar eine
Weile warten, doch meine Ge-
duld wird schließlich mit einer
enormen Portion Tomaten, Gur-
ken, Oliven, Eiern, Tahini, Ho-
nig, mehreren lokalen Käsesor-
ten und reichlich Brot belohnt.
Ich möchte noch mehr regio-
nale Spezialitäten probieren,
also gehe ich zum Mittagessen
ins Hayvore (Turnacıbaşı Sokak
4, Beyoğlu, +90 (0)212 5194922),
ein Restaurant, auf dessen Karte
weniger bekannte Gerichte aus
der Region Laz stehen. Ich be-
ginne mit der Linsensuppe und
Maisbrot, gefolgt von gefüllten
Weinblättern in Joghurt und
einem köstlichen
Hamsili Pilav
–
fruchtiger, mit Zimt aromatisier-
ter und in eine Form gepresster
und gebackener Reis, umwickelt
mit frisch gegrillten Sardellen.
Das Essen war so gut, dass ich
unbedingt mehr Schwarzmeer-
sardellen probieren wollte. Die
besten aß ich imFurreyya Galata
Balıkçısı (Serdar-i Ekrem Sokak
2, Beyoğlu, +90 (0)212 2524853),
wo die Fische mit Käse gefüllt
gegrillt werden.
Ich kann mich nicht erin-
nern, jemals Fisch auf der Spei-
sekarte eines türkischen Restau-
rants in Deutschland gesehen zu
haben. Hier jedoch scheint jedes
zweite Gericht Fisch zu enthal-
ten. Doch trotz harter Konkur-
renz bleibt mein Lieblings-
Fischgericht in Istanbul das
schlichte
Balik Ekmek
– ein
Fischbrötchen
mit
gegrillter
Makrele, das am Hafen nahe der
Galatabrücke an Dutzenden von
Ständen zu bekommen ist. Es ist
preiswert, gesund und vor allem
äußerst lecker.
Auf der Suche nach regio-
naler türkischer Küche führt
kein Weg am Çiya Sofrası
(Güneşlibahçe 43, Kadıköy, +90
(0)216 3303190) vorbei. Der Inha-
ber des Restaurants, Musa
Daðdeviren, gilt als einfluss-
reichster Koch der Türkei. Und
für viele ist das Çiya nicht nur
ein Restaurant, sondern ein
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Restaurant, sondern ein
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