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leicht ist der Spieß mit verschie-
denen Innereien für Westeuro-
päer zu exotisch: Kalbsbries,
eingewickelt in Lammeingewei-
de und über Holzkohle gegrillt.
Im
Kral
Kokoreç
(Büyük
Postane Caddesi 54, Sirkeci, +90
(0)212 5136493) wird der beliebte
Snack noch mit Chili und Thy-
mian gewürzt und in einem Ba-
guette serviert.
Nach
Pide
(türkische Pizza)
und
Baklava
betreten wir das
charmante Interieur von Vefa
Bozacısı (Katip Çelebi Caddesi
104/1, Kağıthane, +90 (0)212
5194922), das den Eindruck
macht, seit Eröffnung im Jahr
1876 nicht mehr verändert wor-
den zu sein. Schon damals wurde
hier
Boza
serviert – ein dickflüs-
siges Getränk aus fermentiertem
Hirsekorn (was für einen leich-
ten Alkoholgehalt sorgt), gesüßt
mit Zucker und aromatisiert mit
etwas Zimt, das anders schmeckt
als alles, was ich je probiert habe.
Das elegante und wunderbar er-
haltene Café hat einen erstklas-
sigen Stammbaum – an einer
Wand hängt ein Schaukasten, in
dem ein Glas steht, aus dem einst
Mustafa Kemal Atatürk getrun-
ken hat, Begründer und erster
Präsident der modernen Repu-
blik Türkei.
Nach ein paar weiteren Zwi-
schenstopps endet Megans Tour
bei einem spätenMittagessen im
Siirt Şeref Büryan Kebap Salonu
(Itfaiye Caddesi 4, Fatih, +90
(0)212 6358085), wo regionale
Speisen aus der Südost-Türkei,
einer Region nahe der syrischen
Grenze serviert werden. Die
Spezialität desHauses ist
Büryan
– Lamm, das langsam in einer 2,5
Meter tiefenKuhle auf denPunkt
gegart und mit warmem Fladen-
brot serviert wird. Ich probiere
auch
Perde
, eine Blätterteigta-
sche, gefüllt mit Pilaw-Reis,
Pfeffer, Sultaninen und Pinien-
kernen. Sie ist so köstlich, dass
ich mir vornehme, am folgenden
Tag möglichst südwest-türkisch
zu frühstücken. Das gelingt mir
im Van Kahvalti Evi (Defterdar
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