Ursprungs ablehnen und dafür
zumBeispiel auf Materialien aus
recycelten Autoreifen setzen.
Und wem das noch nicht reicht,
der kann auf der Veg Hip Week
vorbeischauen, die im vergangen
Oktober gemeinsam mit der in-
ternationalen Vegetarian Week
veranstaltet wurde und 2012
ebenfalls wieder stattfinden soll.
„Weil die Anzahl der Leute mit
größerem Umweltbewusstsein
zunimmt, baten wir einige Re-
staurants in Mailand darum, ve-
getarische oder vegane Menüs
anzubieten, um zu zeigen, dass
auch dieses Essen gut, schmack-
haft und abwechslungsreich sein
kann“, erklärt Boraschi. „Es war
sehr erfolgreich und hat unsere
Erwartungen weit übertroffen.
Die Italiener holen definitiv auf.“
Monica Maya Devi eröffnete
vor einem Jahr im hippen Bezirk
Navigli das Mudra Natural Café
und Wellness-Center. Auch sie
glaubt, dass die Menschen lang-
sam einen ganzheitlicheren Le-
bensstil schätzen lernen. „Die
Nachfrage nach Bio-Lebensmit-
teln steigt in Mailand ständig.
Unser Café ist ein freundlicher
Ort mit einladender Atmosphä-
re, gut für Körper und Seele“,
sagt sie. Devi verwendet aus-
schließlich Bioerzeugnisse und
auf der Speisekarte stehen einige
italienische Klassiker – aller-
dings stets durch und durch bio:
vegane Schokoladensalami und
Tiramisu, Tofu-Lasagne und
Seitan (Weizengluten) mit sizili-
anischen Orangen, um nur ein
paar zu nennen.
Doch natürlich beschränkt
sich Mailands Umweltbewegung
nicht nur auf Mode und Essen.
AuchdieArchitektendenkenum.
Der erfolgreiche Architekt Stefa-
no Boeri entwarf die ersten
Hochhäuser Italiens, die von
oben bis unten bepflanzt werden
können. Als Teil einer umfang-
reicheren urbanen Vision na-
mens Bosco Verticale (zu deutsch
„senkrechter Wald“) werden der-
zeit im Bezirk Garibaldi Repub-
blica im Stadtzentrum Milans
« Die Nachfrage nach
Bio-Lebensmitteln steigt
in Mailand ständig »
Architekt Stefano Boeri entwirft
Hochhäuser mit begrünten Fassaden
Architect Stefano Boeri turns
highrises into “vertical forests”
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