FALA CAFÉ?
KAFFEE IST NICHT GLEICH KAFFEE. EIN ÜBERBLICK:
Diese Seite oben: Lissabon’s Praça do
Comercio - zu Deutsch Handelsplatz;
unten: die Straßenbahn in der Altstadt
This page top: Lisbon’s Praça do
Comércio – check out the elephant on the
base of the statue; it has an uncanny
resemblance to Dumbo. Bottom: tram
number 28 passes all the old town sights
L I S B O N
fahre ich ein paar U-Bahnsta-
tionen landeinwärts, um mehr
über die nationale Faszination
gegenüber den Extrakten aus
Coffea canephora (robusta)
und
des
aromatischeren
und
teureren
Coffea arabica
zu erfah-
ren. In der Nähe von Intendente
bin ich am Ziel. „Die Portugie-
sen waren an all den Orten, wo
Kaffee produziert wird“, sagt
Helena Pina, Präsidentin von
Cafés Negrita, eine der letzten
kommerziellen
Kaffeeröste-
reien, die in Lissabon noch in
Betrieb sind. Seinerzeit von Pi-
nas Großvater mitgegründet, ist
Bica, Expresso,
Café (= espres-
so):
Einfacher
kleiner Espresso,
serviert in einer
¾-vollen Espres-
sotasse
Bica Cheia:
Größerer bica
(volle
Espressotasse)
Bica Curta,
Italiana
(= ristretto):
Kleiner
Espresso
Carioca:
Schwächer als
Espresso, hier ist
das Wasser mehr
als einmal durch
den Kaffee
gelaufen
Galão, Café com
Leite (= Café
Latte) :
Espresso mit viel
Milch (x3) in
einem größeren
Glas oder Becher
Garoto:
Schwacher
Kaffee mit
reichlich Milch
(hauptsächlich
für Kinder)
Meia de
Leite:
50:50 Milch
und Kaffee
Abatanado:
Ein großer
Kaffee (doppelt
oder dreimal
so groß wie
eine normale
Kaffeetasse)
Pingado:
Espresso mit
einem
Tröpfchen
Milch
Descafeinado:
Entkoffeiniert
(wenn’s sein
muss…)
Negrita seit 1924 ein Familien-
betrieb, gelegen im Kutschen-
haus eines ehemaligen Guts-
hofes, der sich noch immer in
Familienbesitz befindet. Die
Kaffeesäcke im Lagerraum wei-
sen auf die Herkunft der Boh-
nen hin. Dazu gehören Länder
wie Brasilien, Kapverden oder
Timor – eine indirekte, kleine
Lektion in portugiesischer Ko-
lonialgeschichte.
Negrita veranstaltet gelegent-
lich Führungen, aber Kaffee-
freunde können auch einfach im
neuen GoHostel Lisbon einche-
cken, das in eine benachbarte
Villa eingezogen ist. Dort wird
nicht nur Negrita serviert, son-
dern man ist auch nahe genug an
der Rösterei, um bei geöffnetem
Zimmerfenster hin und wieder
den Duft frisch gerösteten Lissa-
bonner Kaffees wahrnehmen zu
können.
Selbst wenn Sie kein ausge-
wiesener
Kaffee-Connaisseur
sind, gehört zu einemBesuch im
GW—
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