NEWSGAMES HACKATHON

Was passiert, wenn man 30 Journalisten, Programmierer und Gamedesigner aus ganz Europa in Köln zusammenbringt? Die Veranstalter des ersten Newsgames Hackathons Europas - das Cologne Game Lab und The Good Evil - haben diesen Versuch gewagt. Dabei herausgekommen sind sechs Teams, die innerhalb von 48 Stunden Prototypen von digitalen Spielen produzieren, die journalistische Inhalte mit Gameplay verbinden sollen. Ihnen zur Seite stand Tomas Rawlings, Gründer der Firma Game The News, der die Teilnehmer mit seiner Erfahrung und seinen Ratschlägen unterstützte.

Autor: Daniela Späth

UNSER PROJEKT

Wozu braucht man iPay?

Ein Kilo Bananen gibt es im Supermarkt schon für 1 Euro, das neue iPhone 5S kostet 700 Euro und ein T-Shirt verkauft der Klamotten-Discounter ab 5,99 Euro: Wir alle haben ein Gefühl für die Preise der Dinge, die wir im Alltag nutzen und kaufen, wir wissen ungefähr, was ein Schnäppchen ist und was nicht - Aber wissen wir auch, wie sich die Preise zusammensetzen? Denken wir darüber nach, wohin unser Geld fließt? Hier setzt “iPay” an: Die Anwendung fordert den User heraus, sein Bauchgefühl auf die Probe zu stellen: Er muss zum Beispiel schätzen, was von den 700 Euro für ein iPhone beim chinesischen Arbeiter landet oder wie viel dem Bäcker von um die Ecke bleibt, wenn er 3 Euro für ein Brot verlangt. Am Ende errechnet “iPay” einen Score - je weiter der User mit seiner Schätzung daneben lag, desto schlechter sein Ergebnis.

Mit einem explorativen Ansatz wird der User spielerisch an verschiedene Wirtschaftsaspekte herangeführt. Nach der Auflösung des jeweiligen Spiel-Ergebnisses bieten Textafeln Informationen zu den einzelnen Kostenpunkten und informieren zum Beispiel über faire Arbeitslöhne, Steuerspar-Taktiken der Großkonzernen und versteckte Marketing-Kosten. Als zukünftiges Feature wird der User entscheiden können, wie er das Geld gern verteilen möchte - und wird unmittelbar über die Auswirkungen informiert.
Autor: Jan Strozyk


Jetzt iPay (beta version) spielen
GitHub: iPay

STIMMEN ZUM HACKATHON

Find the gap

Journalisten von Le Monde, NZZ, DW, BR und von Süddeutsche.de sind dem Ruf aus Köln gefolgt. Matthias Huber, 31, arbeitet als Redakteur im Digital-Ressort von Süddeutsche.de. Sein Team beschäftigt sich mit einem Prototyp des Spiels “World Cup Planner”. In dem Frage-Antwort-Spiel wird der Nutzer vor die Herausforderung gestellt, eine Fußballweltmeisterschaft in einem fiktiven Land auszutragen. Dabei wird er mit den verschiedensten Problemen wie Korruption und knappe Kassen konfrontiert. Sein Ziel dabei ist es, die beste Entscheidung für sein Land zu treffen. “Ich habe keine große Programmiererfahrung, sondern habe es bisher nur als Hobby betrieben und war zunächst skeptisch, was ich zu unserem Prototypen beitragen kann”, gibt Huber zu. Seine Befürchtung habe sich während des Hackathons jedoch nicht bestätigt.

“Ich hatte überraschend viel zu tun, wie zum Beispiel den Hintergrund für unsere Geschichte zu recherchieren und die Texte zu schreiben”, sagt Huber. Auch Chris Köver kam mit gemischten Gefühlen zum Hackathon. Die 34-jährige Gründerin des Missy Magazine und freie Journalistin war sich nicht sicher, wie die Zusammenarbeit mit den Programmierern ausfallen würde. “Leute mit Programmiererfahrung sind hier auf jeden Fall gefragter, doch die Zusammenarbeit lief überraschend gut”, sagt Köver. Dennoch ist sie der Meinung, dass es für Journalisten in Zukunft von Vorteil wäre, auch programmieren zu können. “Das würde einiges vereinfachen”, so Köver. Sie hofft, mit ihrem Team ihren Prototypen - eine Art Abwandlung des Spiels “Flappy Bird” - soweit zu entwickeln, um die Leser ihres Magazins damit zu überraschen.
Autor: Daniela Späth

Das TEAM