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Titel und Untertitel:
Das ist eine ungeheuerliche Tat
Einer der wichtigsten Staudämme der Ukraine ist zerstört. Kiew vermutet einen russischen Sabotageakt, Moskau macht ukrainischen Beschuss für die Explosion verantwortlich. Auch international gibt es erste Reaktionen.
Abschnitt 1:
Die Ukraine vermutet, dass Russland mit der Sprengung die ukrainische Gegenoffensive ausbremsen will. Laut den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sollen russische Truppen das Kachowka-Wasserkraftwerk von innen heraus gesprengt haben. In der Nacht um 2.50 Uhr hätten »russische Terroristen« eine interne Sprengung des Wasserkraftwerks vorgenommen, erklärt der Präsident auf Telegram. »Ungefähr 80 Siedlungen befinden sich im Überschwemmungsgebiet.« Die russischen Truppen haben den Staudamm ukrainischen Angaben zufolge in Panik gesprengt.
[…]
Im Westen sorgt die Zerstörung des Staudamms für Bestürzung. Laut den Worten von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigt sich daran die Brutalität des von Russland geführten Krieges in der Ukraine.
Abschnitt 2:
Moskau weist Vorwürfe aus Kiew scharf zurück. Die russischen Besatzer nannten Beschuss durch die ukrainische Armee als Grund für die Zerstörungen an Damm und Kraftwerk. »Das war die Ukraine«, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Er wirft dem Nachbarland Sabotage vor. Diese könne sehr schwerwiegende Konsequenzen für Zehntausende Menschen in der Region haben. Die Sabotage stehe offenbar in Zusammenhang damit, dass die groß angelegte Offensive der Ukraine ins Stocken gerate, so Peskow.
Abschnitt 3:
Der Kachowka-Staudamm wurde Mitte der Fünfzigerjahre in Betrieb genommen. Er ist am Lauf des Dnjepr die sechste und letzte Staustufe vor dem Schwarzen Meer. Die Anlage macht den flachen Strom schiffbar. Sie staut das Wasser auf 200 Kilometer Länge zwischen Saporischschja und Nowa Kachowka und hält etwa 18 Milliarden Kubikmeter Wasser. Aus dem Reservoir wurden weite Regionen im Süden bis hin zur Krim bewässert.