Franka Potente hat etwas erreicht, wovon die meisten deutschen
Schauspieler nur träumen können: Sie hat es in Hollywood geschafft.
Nach Rollen in Kinofilmen wie
Blow
mit Johnny Depp und
Die Bourne
Identität
mit Matt Damon ist sie nun auch im amerikanischen
Fernsehen zu sehen. In
Copper
,
einer TV-Serie über Polizisten im New
York der 1860er-Jahre, spielt Potente eine Bordellmutter
T E X T — P I E R R E D E V I L L I E R S
R I G H T N O W
P E O P L E
Potente
Persönlich
k
eit
Um in Hollywood durchzustarten,
mussten Sie nach Amerika ziehen.
Wie teilen Sie Ihre Zeit zwischen Ame-
rika und der deutschen Heimat auf?
►
Mein Leben ist in den USA. Aber ich
habe auch enge Beziehungen zu mei-
nen Freunden und meiner Familie in
Deutschland und wir rufen oft an oder
besuchen uns.
Ist es für Sie bei der Suche nach Rol-
len in den USA ein Hindernis, dass Sie
Deutsche sind und mit Akzent Eng-
lisch sprechen?
►
Darüber denke ich nicht nach. Wenn
ich in den USA eine Rolle bekomme, wis-
sen die Amerikaner, dass ich Deutsche
bin. Und in 90 Prozent der Fälle ist es et-
was, das die Rolle erfordert. In Hollywood
haben es europäische Schauspieler auch
mit Akzent mittlerweile einfacher. Weil
die Kultur dahingehend offener geworden
ist, spielt dieser Aspekt auch in Drehbü-
chern und in den erzählten Geschichten
eine größere Rolle.
Welche Erinnerungen haben Sie an
Ihre Kindheit in der Kleinstadt
Dülmen?
►
Wie die meisten Kinder, hatte ich das
Bedürfnis, mich auszudrücken. Ich habe
also kleine Shows und Vorstellungen auf-
geführt und hatte immer irgendein Publi-
kum. Schauspielerin zu werden war spä-
ter vielleicht auch ein Mittel, der
Kleinstadt zu entkommen.
Mit 17 Jahren gingen Sie als Aus-
tauschschülerin nach Texas. Das
dürfte ein Schlüsselerlebnis gewesen
sein.
►
Es hat meine Lust am Reisen geweckt
undmir gezeigt, wie es ist, sich in einer an-
derenSpracheauszudrückenundaneinem
anderen Lebensstil teilzuhaben. In dieser
Hinsicht war es erst schwer, wieder zu-
rückzukehren, um die Schule abzuschlies-
sen. Aber mit 17 sind viele Dinge schwierig
und es kommen jeden Tag neue Träume
und Probleme hinzu.
Sie waren an der Otto-Falckenberg-
Schule für darstellende Kunst in Mün-
chen. Wie war die Ausbildung dort?
►
Die Annahme an der Münchner Schau-
spielschule war für mich der Heilige Gral.
Ichwar imsiebten Himmel. Dort mit Gleich-
Foto: Cineflix (Copper) Inc./ BBC America
GW—
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