re Ton des Albums nahe, dass
Springsteen von der Obrigkeit
wenig beeindruckt ist. Trotzdem
würde er noch immer Obama
unterstützen, der unter schwie-
rigen politischen Bedingungen
einiges erreicht hätte. Aktiv wol-
le er jedoch nicht an Obamas Wi-
derwahlkampagne mitarbeiten.
„Als Künstler ist es besser, eine
gewisse Distanz zum Zentrum
der Macht zu wahren.“
Außerdem sei sein einziges
Talent die Musik. „Mir gefallen
Künstler, die die Welt verbessern
möchten und gleichzeitig ihr Pu-
blikum. Ich schreibe, um meine
eigenen Erlebnisse zu verarbei-
ten. Und wenn ich das für mich
tun kann, hoffe ich, dass ich das
auch für Dich tun kann.“
Trotzdem schlug er vor, dass
Obama sich um seinen Job be-
werben könne. „Obama kann
singen“, sagt Springsteen und
meint damit eine auf YouTube
verbreitete präsidiale Karaoke-
Session. „Let’s stick together,“
stimmt Springsteen heiser an
und lacht. „Er ist besser als ich!
Ich kann das nicht singen.“
B R U C E S P R I N G S T E E N
Springsteens jüngste
Lieder haben auch eine
religiöse Dimension
Diskussion wurde in Amerika 20
Jahre lang nicht mehr geführt.“
Springsteens jüngste Lieder
haben auch eine religiöse Di-
mension. Das mitreißende Fina-
le des Albums trägt unverkenn-
bare Gospelzüge. „Ich habe als
Kind die katholische Gehirnwä-
sche
bekommen“,
scherzt
Springsteen und sagt, dass sich
biblische Bilder immer öfter in
seine Lieder einschleichen. „Es
ist wie bei Al Pacino in
Der Pate
:
Ich versuche, davon loszukom-
men, aber sie holen dich immer
wieder zurück. Einmal katho-
lisch, immer katholisch.“
Springsteen
hat
Obamas
Wahlkampf unterstützt und
We
Take Care of Our Own
wurde be-
reits der präsidialen Playlist hin-
zugefügt. Doch legt der oft bitte-
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—GW