C A R E E R S
Mattias Ekström
ist Rennfahrer und zweimaliger Champion der Deutschen
TourenwagenMasters. Wir wollen wissen, wie man Rennfahrer wird
Wie sind Sie zum Rennsport gekom-
men? Wie lange sind Sie dabei?
Ich bin in einer Motorsportfami-
lie aufgewachsen. Mein Vater
war ein Fan von Rallye-Autos
und mit 14 Jahren habe ich be-
gonnen mich für Go-Kart-Ren-
nen zu interessieren. Bald habe
ich dann mit dem Tourenwagen-
rennen angefangen und an den
Swedish Autosport Awards teil-
genommen. Ich habe den Wett-
bewerb gewonnen und die Chan-
ce erhalten, als Rennfahrer in
einem Profiteam zu starten. Das
hat meine Karriere vollkommen
verändert. Die darauffolgenden
vier Jahre habe ich Rennen im
Swedish Touring Car Champ-
ionship gefahren und 1999 habe
ich dort mit Audi gewonnen. Sie
haben mein Potenzial erkannt
und boten mir 2001 an, bei den
Deutschen Tourenwagen Ma-
sters (DTM) für Audi zu fahren.
Seitdemmache ich das.
Sind Sie zu frieden mit Ihrem Auto?
Der durchschnittliche Renn-
fahrer träumt sicherlich davon
die großen Marken aus der For-
mel 1 zu fahren, so wie Ferrari.
Aber meiner Meinung nach
wird Audi unter den Autos mit
Allradantrieb immer an der
Weltspitze bleiben.
Wie beruhigen Sie vor einem Rennen
die Nerven?
Wenn man in einem Team arbei-
tet, wird alles zur Routine. Ich
habe viele Abläufe, an die ich
mich immer halte, weil mich das
am besten entspannt. Manche
Leute sagen, man solle den lin-
ken vor dem rechten Schuh an-
ziehen. Ich sage immer, ich ziehe
meine Unterhose vor dem Fah-
reranzug an.
Wie sehen Sie die kommende Deut-
sche Tourenwagen Masters-Saison?
Im Frühjahr machen wir immer
unsere Hausaufgaben. Der Som-
mer ist dann wie der erste Schul-
tag – mit Examen: Jeder will gute
Noten haben, jeder möchte eine
Eins bekommen. Jedes Jahr wie-
der heißt es von allen Seiten, dass
man die ersten Tests nicht zu
ernst nehmen sollte. Aber nach
meiner Erfahrung bedeuten ein
Sieg und ein Platz unter den er-
sten Drei bei den ersten drei
Rennen eine ernsthafte Chance
auf den Titel. Historisch war das
immer so, darum glaube ich
nicht, dass es in diesem Jahr an-
ders sein wird. Ich möchte schon
in den ersten drei Rennen zu den
Top Drei gehören, weil wir dann
wissen, dass wir zu den Titelan-
wärtern gehören.
Was ist Ihr großes Ziel?
Das Highlight meiner Karriere
wäre es, an zehn Rennwochen-
enden hintereinander zu gewin-
nen. Zehn Wochenenden – das
ist die ganze Meisterschaft. Und
darum ist es mein großes Ziel,
all diese Rennen hintereinander
zu gewinnen.
Kommende DTM-Rennen: High-
lightrennen Norisring (29. Juni - 1.
Juli 2012), Showevent München (14.
- 15. Juli 2012), Nürburgring (17.-19.
August 2012), Oschersleben (14. - 16.
September 2012), Hockenheim –
Finale (19. - 21. Oktober 2012)
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