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R I G H T N O W
P E O P L E
Wer hätte gedacht, dass es in Berlin Cowboys gibt:
mit Stiefeln, Sporen und allem Drum und Dran. Sie heißen
The Boss Hoss
und gehen im März auf Deutschland-Tournee.
Das GW Magazin sprach mit den beiden Frontmännern
Alec „Boss“ Völkel und Sascha „Hoss“ Vollmer
T E X T — N I N A A N I K A K L O T Z
I
m vergangenen Sommer seid Ihr
nach Texas gereist, um Euch in-
spirieren zu lassen. Wie sieht
das aus, wenn sieben Großstadtcow-
boys aus Berlin in den Südstaaten der
USA unterwegs sind?
BOSS
Wir sind in viele Clubs gegan-
gen, haben tolle Musiker kennenge-
lernt, und fantastische Musik gehört.
Country, Blues und Rock wird da überall
gespielt, das ist toll. Und in Houston,
Austin und San Antonio haben wir auch
Konzerte gegeben.
Wie fanden die Amerikaner die deut-
sche Band mit Cowboyhüten?
HOSS
Die waren ganz schön über-
rascht. Die Cowboyhüte lassen vermuten,
dass wir aus der Country-Ecke kommen.
Dabei ist unsere Musik vielschichtiger, da
ist viel Rock und Punkrock dabei. Das hät-
ten die von den „Krauts“, wie sie die Deut-
schen nennen, nicht erwartet.
Aber die Hüte gehören offensichtlich
zu Eurem Image. Eine gewisse Sehn-
sucht der Deutschen nach dem Cow-
boyleben trägt doch sicherlich auch
zu Eurem Erfolg bei?
BOSS
Rock’n’Roll gibt den Leuten im-
mer die Möglichkeit, sich ein bisschen in
ein anderes Leben hineinzuträumen.
Wenn man sich am Tag über seinen Chef
geärgert hat, legt man abends AC/DC auf
und schon ist die Welt wieder in Ordnung.
Ich denke, wir bieten eine große Projekti-
onsfläche für allerlei Wünsche mit un-
serem Cowboy-Ding und mit unseren
Songs. In der aktuellen Single „Don’t Gim-
me That“ zumBeispiel heißt es, dass jeder
in seinem Leben mal Arbeit macht, die
keinen Spaß macht, aber dass man sich
trotzdem nicht von dem abhalten lassen
soll, was einemwirklich wichtig ist.
Das habt Ihr ja selbst so vorgelebt: Vor
sieben Jahren wart Ihr noch Grafiker
und habt nur nebenbei Musik gemacht.
Was hättet Ihr gedacht, wenn Euch da-
mals jemand prophezeit hätte, dass Ihr
mal richtig große Konzerthallen füllt
und als Band durch die USA tourt?
HOSS
„Glaube ich nicht“, hätte ich
gesagt.
BOSS
Das hätten wir niemals für
möglich gehalten. Selbst als wir den er-
sten Plattenvertrag bekamen, hätten wir
nie gedacht, dass wir Jahr um Jahr noch
erfolgreicher werden würden.
HOSS
Und durch unseren TV-Auftritt
bei „The Voice“ bekam das alles noch
mal eine andere Dimension.
Wobei Eure Teilnahme als Jury-Mit-
GW—
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