sichHendricksganzaufdieSchau-
spielerei. Das Ergebnis: Mehrere
Auftritte in den Fernsehserien
ERundFirefly.
Als das Drehbuch für eine TV-
Serie, in der die Geschlechterpo-
litik der 1960er-Jahre themati-
siert werden sollte, bekannt wur-
de, musste sich Hendricks ent-
scheiden, ob sie sich von einem
Sender (AMC) unter Vertrag neh-
men lassen würde, der nicht viele
andere bekannte Sendungen pro-
duzierte. Doch schließlich über-
zeugten sie die knackigen Dialo-
ge
von
Sopranos-Co-Autor
Matthew Weiner und Hendricks
unterschrieb für Mad Men – und
machte Joan Holloway zur meist-
diskutierten weiblichen Serienfi-
gur in der TV-Landschaft.
„Ursprünglich sollte meine
Figur keine derart wichtige Rolle
spielen. Doch Weiner fand, dass
sie enormes Potenzial hat. Ich
habe versucht, ihr viel Stärke zu
geben und sie trotzdem sympa-
thisch zumachen – auchwenn sie
gemein sein kann“, sagt Hend-
ricks. „Doch amEnde ist sie auch
nur eine Frau, die sich um sich
selbst kümmert undweiß, was sie
will. Ganz im Gegensatz zu eini-
gen Männern im Büro, die eher
verloren wirken.“
Der enorme Erfolg von Mad
Men – die Serie hat bereits 15 Em-
mys und vier Golden Globes ge-
wonnen und nebenbei die Ge-
genwartskultur beeinflusst – be-
deutet auch, dass sich für Hend-
ricks und ihre Serienkollegen
ganz neue Türen öffnen. Seit der
ersten Folge von Mad Men hat
die
Schauspielerin
mehrere
Filme gedreht, darunter den be-
sonders beeindruckenden Thril-
ler
Drive
. Der Regisseur des
Films, Nicolas Winding Refn,
war von den Talenten der Hend-
ricks so begeistert, dass er ver-
kündete, einen Wonder-Woman-
Film mit ihr in der Hauptrolle
drehen zu wollen. Sollte es dazu
kommen, ist mit unzähligen Zei-
len zu Hendricks’ Kurven im
roten Bustier und sternenbesetz-
ten Höschen zu rechnen.
C H R I S T I N A H E N D R I C K S
in ihrer Haut gänzlich unwohl.
Ihr Selbstbewusstsein erhielt
jedoch
rechtzeitig
Auftrieb,
nachdem Hendricks überredet
wurde, an einem Model-Wettbe-
werb für die Titelseite des ameri-
kanischen Teen-Magazins
Se-
venteen
teilzunehmen.
Zwar
reichte es nicht zum Sieg, doch
waren die Fotos so gut, dass
Hendricks mit 19 Jahren be-
schloss, nach New York zu zie-
hen, um dort als Model zu ar-
beiten. Der Laufsteg führte sie
eines Tages auch nach London –
der Beginn einer dauerhaften
Liebe zur britischen Hauptstadt.
„Während ich als Model arbeite-
te, hatte ich die Möglichkeit, ein
Jahr lang in London zu leben. Ich
war Mitte 20 und es war eine der
schönsten Zeiten meines Le-
bens“, erinnert sich die Schau-
spielerin, die dank ihres Vaters
sowohl die britische, als auch die
amerikanische
Staatsbürger-
schaft besitzt.
„Ich hatte Gelegenheit, die
britische Kultur besser kennen-
zulernen und meinen Vorfahren
etwas näher sein zu können. Lon-
don gehört ganz klar zu meinen
Lieblingsstädten, obwohl ich zu-
geben muss, dass das Wetter in
Kalifornien besser ist.“
Wieder im sonnigen Los An-
geles angekommen, konzentriert
« London gehört zu
meinen Lieblingsstädten,
obwohl das Wetter in
Kalifornien besser ist »
Christina Hendricks als
Joan Holloway in Mad Men
Christina Hendricks as
Joan Holloway in Mad Men
Rex
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—GW