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Von links: Ein Ring und eine Kette aus Tatty
Devines Jubilee Kollektion; das Seven
Dials Monument und Leute beim Shoppen
From left to right: patriotic jewellery
from Tatty Devine’s Jubilee collection; the
Seven Dials Monument and two shoppers
L O N D O N
Plausibel, denn Monty Python
besaßen ein Redaktionsbüro in
Seven Dials, genauer: in Neal ’s
Yard direkt über dem Naturheil-
mittel-Laden Neal ’s Yard Reme-
dies (wo hauptsächlich englische
Pflanzen und Kräuter für Haut-
pflegeprodukte und Arzneien
verwendet werden). Heute ge-
denkt eine Plakette am Gebäude
der beliebten Komiker.
Die Engländer sagen gern,
dass Monty Python für Comedy
das war, was die Beatles für die
Musik sind. Daher rührt auch
eine andere Gedenktafel in Se-
ven Dials: Sie gilt Brian Epstein,
Manager der Beatles und von
Paul McCartney einst als der
fünfte Beatle bezeichnet, der in
den sechziger Jahren sein erstes
Londoner Büro in der Mon-
mouth Street hatte.
hen, um seine Neugier für einen
nicht unerheblichen Zeitraum
zu erwecken [...].“
Heute säumen unabhängige
Geschäfte die schmalen Straßen
von Seven Dials, die jedes für
sich eine andere Interpretation
dessen bieten, was britisches
Erbe 2012 bedeuten kann. Eins
dieser Geschäfte ist Neal ’s Yard
Dairy. 1979 vom britischen Akti-
visten Nicholas Saunders ge-
gründet, gehört die Käsehand-
lung zu den Pionieren der eng-
lischen Vollwertkostbewegung
und ist auf englische und irische
Käsesorten wie Country Ched-
dar und Stinking Bishop spezia-
lisiert. Es heißt, dass John Clee-
se, berühmter Komiker und Mit-
glied der britischen Kult-Come-
dy-Gruppe Monty Python, zu
den ersten Kunden gehörte.
treffen sind, ist es erfrischend,
dass es mitten in London ein
Fleckchen gibt, das den klas-
sischen Kleinhandel mit typisch
britischem Flair und zeitgenös-
sischen Elementen kombiniert –
der SevenDials District.
Nur wenige Minuten vom ge-
schäftigen Treiben Covent Gar-
dens gelegen, und nur eine
Straße von der berühmtenWest-
End-Theatermeile
an
der
Shaftesbury Avenue entfernt,
hat Seven Dials mehr Dorfcha-
rakter als die Atmosphäre einer
internationalenMetropole. Hier
geht es geruhsamer zu als in
Soho und man spürt, dass die
nachbarschaftliche
Gemein-
schaft noch intakt ist. Der Stadt-
teil besteht aus sieben Straßen,
die vom zentralen Seven Dials
Monument abgehen, einer Säule
mit sechs – nicht sieben – Son-
nenuhren (auf Englisch
sundials
)
an der Spitze, und ein paar Plät-
zen, die sich hinter den schma-
len Straßen verbergen. Histo-
risch hat sich dieses kleine Stück
London stetig gewandelt, vom
Ghetto zum privilegierten Lu-
xusviertel. In Charles Dickens’
Sketches by Boz
(eine Sammlung
von Texten, die typische Londo-
ner Szenen beschreiben) heißt
es: „Ein Fremder, der zum ersten
Mal in den Dials ist, amEingang
sieben düsterer Passagen, unsi-
cher, welche er nehmen solle,
wird um sich herum genug se-
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Corbis