B R I G H T I D E A S
T H E I N N O V A T O R
D
ie Krise kam schnell und ge-
waltig: Für einen mittelstän-
dischen Maschinenbauer aus
Norddeutschland gab es keine Alternati-
ve. Die Chefetage musste die „finanzielle
Reißleine“ ziehen – Kündigungen im Top-
Management inklusive.
Doch statt in der wirtschaftlich kri-
tischen Lage zu resignieren und allein der
eigenen Stärke zu vertrauen, entschied
sich das angeschlagene Unternehmen
für externe professionelle Hilfe – und ver-
pflichtete einen Interim-Manager. Die
richtige Strategie: Nach dem harten
Schritt folgte eine mehr als weiche Lan-
dung, und die vermeintliche Krise entwi-
ckelte sich zu einer neuen Chance.
Schließlich war es vor allem der neue
Mann im Firmen-Vorstand, der dank sei-
nes Know-hows und seiner Branchener-
fahrung in der schwierigen Anfangszeit
einen kühlen Kopf bewahrte: „Positive
Erfahrungen, die wir noch heute sehr zu
schätzen wissen“, lobt die Unterneh-
mensführung unisono.
Nicht nur unter Maschinen- und Inve-
stitionsgüter-Herstellern (15,6 Prozent),
in der Automobil-Industrie (12,2 Prozent)
und in der Finanzbranche (4,4 Prozent)
macht sich mittlerweile die Erkenntnis
breit: Interim-Management ist ein Er-
folgsmodell. Kein Wunder also, das der
Markt beständig neue Rekordmarken
erzielt. Allein die Dachgesellschaf t
Deutsches Interim Management (DDIM),
ein Zusammenschluss von rund 30 der
wichtigsten Dienstleister, setzt jährlich
mehr als eine Milliarde Euro um. Tendenz
weiter steigend.
Derartige Zuwächse sind die logische
Konsequenz, denn ein guter Interim-Ma-
nager kann gleich auf drei Sektoren für
sein Unternehmen auf Zeit wichtige Vor-
teile schaffen: Krisenmanagement, Er-
tragssteigerung und Geschäftsentwick-
lung. So unterschiedlich die Bereiche
auch sein mögen, eines haben sie den-
noch gemeinsam: Immer sind schnelles
Handeln und strategisch durchdachte
Entscheidungen gefordert, von denen ein
schneller Erfolg nachhaltig abhängt. „Im-
mer mehr Branchen, wie etwa die Phar-
maindustrie, die Hersteller von Konsum-
gütern oder auch die Luftfahrt- und
Touristikbranche erkennen deshalb den
Wert der Interim-Manager“, weiß Antje
Lenk, Geschäftsführerin der Münchner
Bridge imp.
Nicht nur bei der Bewältigung von ak-
tuellen Krisen, auch im Personalwesen,
beimControlling oder im IT-Bereich leisten
Interim-Manager hervorragende, strate-
gische und operative Arbeit. „Klassische
Themen sind Internationalisierung, Inno-
vation, Wachstum und Veränderungsma-
nagement. Nicht selten erweitert der Inte-
rim-Manager dabei mit seinemKnow-how
die Wissensbasis eines Unternehmens. Er
wird in der Regel schnell als vollwertiges
Mitglied des Führungsteams eingesetzt.
Sein Kommunikationsvermögen und sein
analytisches schnelles Denken bestim-
men seinen Erfolg“, sagt Lenk.
Trotz der großen Kompetenz sind die
Kosten überschaubar, schließlich wer-
den nur die Tagessätze zwischen 500
und 2.000 Euro abgerechnet – und kei-
ne weiteren Lohnneben- oder Zusatzko-
sten wie Prämien, Sozialversicherungs-
beiträge oder Krankengeld fällig. Aktuell
sind in Deutschland, laut Expertenmei-
nung, bis zu 5.000 Interim-Manager pro
Engagement durchschnit tlich sieben
Monate im Einsatz.
Auch beim Maschinenbauer in
Norddeutschland hält das bewährte Top-
management inzwischen wieder selbst
die Zügel fest in der Hand. Geblieben
sind nur die Erinnerungen an eine
unternehmerisch stürmische Zeit – und
an einen Interim-Manager, der den Erfolg
zurückbrachte.
PARACHUTE IN
THE EXPERT
Now they’re more valuable than
ever: interim managers’ success with
troubled firms has made them a
fixture in the German economy
The recession was quick and dramatic.
The medium-sized engineering firm
from North Germany had no other
choice. The management had to
impose massive cost savings, which
included making redundancies at
executive level. But instead of carrying
on with an underpowered management
team, the ailing company decided to
seek external professional help, and
hired an interim manager.
It was the right decision. Getting rid
of a whole executive layer and replacing
it with one expert had a surprisingly
successful outcome: the crisis was
turned into an opportunity. The new man
in management was able to maintain a
cool head and lead the company forward,
thanks in no small part to his previous
knowledge and experience in the field.
The company now characterises its
interim manager’s input as “a positive
experience which we still very much
value today”.
Some 15.6% of machine and capital
goods manufacturers have employed
interim management successfully. Car
manufacturers (12.2%) and the financial
sector (4.4%) are making use of the
service too. It should come as no
surprise then that the market is
continuously achieving record results.
Holding company Deutsches Interim
Management (DDIM), a conglomerate
of around 30 of the key interim
management service providers, boasts
an annual turnover of €1 billion. And that
figure is only set to increase.
This kind of growth is a logical result
of good interim management practice.
A skilled interim manager can
temporarily bring a firm significant
benefits in three areas simultaneously:
crisis management, increased yields and
business performance.
As diverse as these fields may be,
they all have something in common:
they all require quick responses and
informed decisions, as
these determine the speed
of the recovery in the
long term.
“An increasing number
of business sectors, such
as the pharmaceutical
industry, consumer goods
manufacturers,
aeronautics and tourism,
are all recognising the
value of employing
interim managers,” says
Antje Lenk, manager of
Bridge imp, an agency
supplying interim
managers in Munich.
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